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INFOS ÜBER BILLARD

BillardBillard ist nichts für aufgeregte Menschen. Starke Nerven und ein sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen sind gefragt. Vier Versionen werden in der Regel gespielt. Pool Billard oder auf englisch Snooker haben das Ziel, möglichst viele Kugeln mit möglichst wenig Stößen in die Seitentaschen eines Billard-Tisches zu befördern. Beim Kegel-Billard müssen mit den Kugeln Kegel umgerollt werden. Schließlich gibt es noch die Spielart Karambol, bei der es darauf ankommt, mit einer Spielkugel andere Kugeln unter bestimmten Voraussetzungen und Vorgaben zu treffen. Zusätzlich gibt zu jeder Version noch eine Menge anderer Varianten.

Billard spielen kann man fast überall in Deutschland. Wer diese Sportart genauer kennen lernen und über den Kneipenspaß hinaus aktiv die Kugeln beim Pool, Snooker, Kegelbillard oder Karambol stoßen will, kann in einem der rund 1300 Vereinen spielen. Knapp 45 000 Mitglieder zählt die Billard-Gemeinde hierzulande. Billard-Hochburgen gibt es in den Niederlanden und Belgien. Nähere Informationen über die Regeln der einzelnen Spielarten und zur Geschichte des Sports gibt es bei der Deutschen Billard-Union. Über die Vereinssuche können Sie nach einem Billardverein in Ihrer Nähe suchen.

Neben der Grundvoraussetzung eines guten räumlichen Sehvermögens heißt es beim Billard: Übung macht den Meister. Die ruhige Hand und bestimmte Stoßvarianten und Karambolagen kann man trainieren. Da Billard vergleichsweise wenig körperlich beanspruchend ist, kann theoretisch täglich geübt werden. Allgemein sind Stehvermögen und eine gute Kondition von Vorteil, da sich so mancher Wettkampf über Stunden hinziehen kann. Billard beansprucht vor allem die Schultergürtel-Armmuskulatur. Regelmäßige Kräftigungsübungen des Schultergürtels können daher nicht schaden.

Um aktiver Billardspieler zu werden, muss man nicht viel Aufwand betreiben. Gegebenenfalls ist lediglich die Anschaffung eines Queues nötig, der Stab, mit dem die Kugeln gestoßen werden. Einsteigermodelle gibt es schon ab zehn Euro. Jeder Spieler sollte auf eine ungezwungene Köperhaltung achten, selbst wenn es manchmal schwer fällt und die Kugeln ungünstig liegen. Dann bleiben die Spielhand locker und mögliche Muskelverkrampfungen aus.

Billard ist ein Spiel, bei dem zwei Personen oder zwei Teams gegeneinander spielen.

Es wird mit Billardkugeln (oft auch Bälle genannt) und dem so genannten Queue auf einem Billardtisch gespielt. Heute bestehen die Kugeln meist aus einem hochwertigen Phenolharz wie Aramith. Mit dem Queue wird die weiße Kugel gestoßen.

Die deutsche Schreibweise Billard entspricht der französischen Herkunft. Die verbreitete (falsche) Schreibweise Billiard entstammt der englischen Sprache. Das französische Wort bille bezeichnet eine kleine Kugel, einen Ball oder eine Murmel.

Beim Billard unterscheidet man bis zu 35 Spielarten. Die populärsten davon sind Poolbillard, Snooker, Carambolage, Kegelbillard, Russisches Billard und English Billiards.

Geschichte

Es gibt keine genauen Überlieferungen, wie und zu welcher Zeit Billard entstanden ist. Auch die verschiedenen Entwicklungsstufen sind nicht hundertprozentig nachvollziehbar. Schon 2000 v. Chr. soll es ähnliche Spiele gegeben haben.

Ab dem 13. Jahrhundert finden sich Hinweise auf Ball- und Sportspiele, die dem Billard ähnlich sind. In dieser Zeit wurde auf dem Boden gespielt, die Kugeln wurden mit einem Stock geschlagen. Ab der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde auf Tischen gespielt. Der Pfandleiher Bill Kew spielte mit drei Kugeln auf einem Tisch, an dessen Rand er Leisten befestigte, damit die Kugeln nicht vom Tisch herunterfielen. Es entstand der Name Billard aus dem französischen Bille (dt. Kugel), also Billard, das Spiel mit Kugeln. Eine andere Theorie besagt allerdings, dass der Name aus dem französischen „Bille“ (Kugel) und dem englischen „Jard“ (Stock, Rute) entstanden sei, und sogleich die wichtigsten Werkzeuge im Namen vereine. Dies gilt als die Geburtsstunde des Billards. Die Möglichkeiten waren beschränkt, da der Billardstock gebogen war und die Kugeln nicht am Queue hafteten. Dies änderte sich mit der Einführung des Leders an der Queuespitze.

Das Queue hatte (ab etwa 1750) seine gerade Form erhalten. Einen Defekt an der Queuespitze reparierte der Franzose Mengaud mit einem Stück Leder aus seinen Stiefeln. Da die Queuespitze nun an den Bällen haftete, war es möglich, die Kugeln mit Effet zu spielen. Seine Forschungen und Entwicklungen auf diesem Gebiet verhalfen ihm später zum Titel Professeur de Billard. Das Billardspiel entwickelte sich im Laufe der Zeit weiter, doch war es vor allem den Adligen vorbehalten. 1854 wurde das Spiel durch die Erfindung einer gummigepolsterten Bande von Michael Phelan revolutioniert (siehe Bandenholz).

Ebenso wie heute Millionen Menschen sich an dem Spiel zu erfreuen scheinen, bevorzugten auch schon im 17. und 18. Jahrhundert so berühmte Personen wie Ludwig XIV. und Napoléon Bonaparte das Billardspiel. Auch Napoleons Gattin Marie-Louise von Österreich, Mozart, Goethe, Schiller und Einstein konnten sich für dieses Spiel begeistern.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden bereits erste Amateurweltmeisterschaften ausgetragen. Ferner entstanden verschiedene Verbände, in erster Linie der Weltbillardverband. Die beiden Weltkriege warfen die Entwicklung wieder zurück. Heutzutage hat Billard einen hohen Bekanntheitsgrad und ist weltweit verbreitet.

Mit der Zeit entstanden verschiedene Spielarten, die sich in durchaus grundlegenden Details voneinander unterscheiden.

Spieltechnik

Es gibt mehrere Stoßtechniken. Zunächst ist zwischen einem Stoß, der die weiße Kugel exakt in der Mitte trifft (in Fortsetzung einer Geraden) und einem Effetstoß (dezentral) zu unterscheiden. Der Effetstoß dreht die weiße Kugel an und ermöglicht so entweder die angespielte Kugel zu einem bestimmten Laufverhalten zu veranlassen und/oder eine bessere Ablage der weißen Kugel zu erhalten.

Trifft man die Kugel in der (vertikalen und horizontalen) Mitte, so wird sie zunächst ein wenig geschoben, nach kurzer Laufdistanz beginnt sie jedoch wegen der Reibung auf dem Tuch zu rollen. Ein Stoß, der die weiße Kugel außerhalb der Mitte trifft, führt zu einer Drehung der Kugel um ihre eigene Achse. Zusätzlich zum Impuls, mit dem man die primäre Laufrichtung bestimmt, wird die Kugel in Rotation versetzt. Je nachdem, wo die Kugel mit dem Queue getroffen wird, hat dies unterschiedliche Wirkungen:
Oberhalb der Mitte:
Die weiße Kugel wird, nachdem sie eine andere Kugel zentral getroffen hat, dieser nachlaufen. Daher heißt dieser Stoß Nachläufer oder auch Laufball.
Unterhalb der Mitte:
Die weiße Kugel wird nach dem zentralen Auftreffen auf eine andere Kugel zurücklaufen (daher heißt dieser Stoß Rückläufer oder Zugball), oder ihren Lauf verlangsamen oder – beim so genannten Stoppball – genau an dieser Position liegen bleiben, falls die weiße Kugel nach dem Auftreffen auf die farbige Kugel keine vorwärts- oder rückwärtsrotierende Energie besitzt.

In beiden genannten Fällen, wie auch beim Rechts- bzw. Linkseffet, wird annähernd die gesamte Translationsenergie (die Energie, die in der Vorwärtsbewegung steckt) auf den getroffenen Ball übertragen, während die im Spielball enthaltene Rotationsenergie zu dem beschriebenen Effekt führt. Wird nicht völlig zentral getroffen, teilt sich – in Relation zur Abweichung des Anspielpunktes von der Mitte – die Translationsenergie zwischen den Bällen auf und diese laufen in unterschiedliche Richtungen. Das ruhige Nachführen des Queues ist hierbei unabdingbar. Ein kurzer, abgehackter Stoß führt dazu, dass der Effet nur kurz anhält und vor Erreichen des Zielballs in zusätzliche Translationsenergie übergegangen ist (Nachläufer) oder von der Reibung kompensiert wurde (Rückläufer). Solange der Effet wirkt, rollt der Ball nicht seinen Umfang auf dem Tuch ab, sondern rutscht im Idealfall über das Tuch bis zum Erreichen des angezielten Balls.
Rechts oder links der Mitte (seitlicher Effet):
Die weiße Kugel wird nach geradem Auftreffen auf eine Bande nicht gerade zurücklaufen. Dieser sogenannte seitliche Effet ändert den Winkel zu der Seite, auf der man die weiße Kugel angespielt hat.
Besonders bei den technischen Disziplinen im Carambolage (Freie Partie, Cadre) wird dieser Effet dazu eingesetzt, um den angespielten Ball 2 wieder korrekt zu positionieren. Die Rotation wird beim Auftreffen – wie zwischen zwei verbundenen Zahnrädern – als Gegeneffekt übertragen und wirkt sich nach dem Berühren einer Bande sichtbar aus (Serienspiel).

Alle diese Möglichkeiten lassen sich kombinieren, um beispielsweise der weißen Kugel nach dem Versenken einer anderen Kugel eine ganz bestimmte Laufrichtung zu geben. Nur so lassen sich exakte Positionen erreichen, um das Spiel fortzusetzen.

Zu beachten ist, dass sich ein gutes Poolspiel dadurch auszeichnet, dass man so wenig wie möglich von diesen „Möglichkeiten“ Gebrauch macht. Die höchste Treffwahrscheinlichkeit erreicht man immer, wenn man die Kugel in der Mitte anspielt.

Weiterhin gibt es sogenannte Kopfstöße, die besonders bei Trick-Shots und beim „Kunststoß“ (heute: Billard Artistique), aber auch regelmäßig bei den technischen Disziplinen des Carambolage Anwendung finden. Kopfstöße (Massé, Piqué) bewirken beispielsweise, dass die Kugel einen deutlich sichtbaren Bogen beschreibt, sich zunächst vorwärts und dann ohne weiteren Ball- oder Bandenkontakt rückwärts bewegt, dieselbe Bande oder angrenzende Banden gleich mehrfach hintereinander berührt oder gar von der Tischplatte abhebt. Die weiße Kugel wird hierzu mit einem Winkel von ungefähr 30 bis 90° von oben gestoßen. Es gibt jedoch Regeln, die diese Trickstöße begrenzen.

Spielarten

...Poolbillard...

Poolbillard ist eine Variante des Billards und wird mit einem Spielball (die Weiße) und einer bestimmten Anzahl an Objektbällen (die Farbigen) gespielt. Der Spielball darf als einzige Kugel direkt mithilfe des Queues gespielt werden. Die Spieler haben abwechselnd je eine Aufnahme. Die Aufnahme ist beendet, wenn der Spieler in einem Stoß keine Kugel regelgerecht lochen konnte.

Tisch

PooltischDer internationale Standard für Billardtische ist der sogenannte 9-Fuß-Tisch. Er hat eine Spielfläche von 2,54 x 1,27 m. Angestoßen wird aus dem Kopffeld, dem ersten Viertel der Fläche, auf der sich auch der Kopfpunkt befindet, der in der Mitte der Kopflinie ist. Anschließend kommt die Mittellinie mit dem Mittelpunkt. Fußpunkt und Fußlinie liegen dann im unteren Viertel des Tisches. Die Diamanten, so genannt wegen ihrer ursprünglichen Form, die auf jeder Bande angebracht sind, sind gute Hilfen, um das Bandenspiel zu berechnen.

Kugeln

Die heutigen Kugeln bestehen aus Phenolharz und haben einen Durchmesser von 57,2 mm sowie ein Gewicht von 170 g.

PoolkugelnFarbeinteilung:
Spielball: Weiß bzw. Weiß mit roten Punkten 1
1/9 = Gelb
2/10 = Blau
3/11 = Rot
4/12 = Lila bzw. Pink 1
5/13 = Orange
6/14 = Grün
7/15 = Dunkelrot bzw. Braun 1
8 = Schwarz

1 Es gibt Unterschiede zwischen normalen Kugelsätzen und dem TV-Satz, bei dem die Farben aufgrund von besserer Erkennbarkeit im Fernsehen leicht von den Originalfarben abweichen. Spielbälle mit roten Punkten vermitteln den Zuschauern den verwendeten Effet besser.

Billardqueue und Billardkreide

QueueAls Queue wird der Spielstock bezeichnet, mit dem der Spielball beim Billard gestoßen wird. Queues setzten sich ab Mitte des 18. Jahrhunderts anstelle der bis dahin üblichen gebogenen Schläger durch. Beim Poolbillard bestehen sie in der Regel aus zwei Teilen, dem Ober- und dem Unterteil.

Die Billardkreide wird auf die Pomeranze an der Queuespitze aufgetragen. Sie sorgt für bessere Haftung zwischen Pomeranze und Spielball, insbesondere beim Spiel mit Effet.

Begriffe

Das Stellungsspiel beschreibt das gezielte Ablegen des Spielballes (und in geringerem Maße auch der Objektbälle) auf dem Tisch. Im Idealfall läuft der Spielball nach dem Lochen des Objektballes auf die vom Spieler vorgesehene Stelle. Dies ist wichtig, um anschließend effektiv weiterspielen zu können. Dies erfordert viel Übung und Können. Das Effetspiel ist ein wichtiges Mittel, um den Spielball zu lenken.

Rack oder Brett ist die Bezeichnung für den ursprünglichen Aufbau der Kugeln (meistens im Dreieck; in einigen Disziplinen jedoch auch in anderen geometrischen Formen) beim Start des Spiels.

Anstoß (Break)

PollDer Eröffnungsstoß bzw. Anstoß wird im Poolbillard auch Break oder Break-in genannt.

Wird Sicherheit (engl. Safety) vor einem Stoß angesagt, so muss und darf der Spieler auch nach dem Versenken des Objektballes nicht mehr weiterspielen. Dies wird meist dann angewandt, wenn der Spieler schon ahnt, dass nach dem Versenken kein Weiterspielen mehr möglich sein oder der Gegner sich in einer schweren Ausgangssituation befinden wird.

Ist ein Objektball so versteckt, dass er nicht direkt angespielt werden kann, dann sagt man, die Kugel ist dunkel, tot oder safe.

Eine Aufnahme bezeichnet den Zeitraum, in dem ein Spieler ununterbrochen am Tisch steht.

Ein Ass oder ein Ausschuss bezeichnet den Spielgewinn vom Break weg in einer Aufnahme, also ohne dass der Gegner einen Stoß ausführen konnte.

"Ball in Hand" bezeichnet die freie Lageverbesserung des Spiellballes auf dem gesamten Tisch, die als Bestrafung für ein Foul des Gegners gegeben wird.

Ein Jump oder Jumpshot ist ein Stoß, der den Spielball abheben lässt, um über einen oder mehrere Objektbälle zu springen. Dabei wird das Queue so angehoben, dass der Spielball in den Tisch „hineingestoßen“ wird, so dass er vom Tisch zurückprallt. Voraussetzung für einen regelgerechten Jumpshot ist, dass man den Spielball oberhalb seines Äquators anspielt. Jumps, die durch anspielen des Spielballs unterhalb ihres Äquators erzielt werden, sind nicht regelkonform. Zur Ausführung von Jumpshots gibt es spezielle Jump-Queues.

Ein Stoppball ist ein Stoß, bei dem der Spielball so gespielt wird, dass er nach dem Kontakt mit einem Objektball möglichst sofort still liegen bleibt oder sich parallel zur Tangente bewegt, die durch den Kontaktpunkt von Spielball und Objektball verläuft (Stoppball-Tangente). Bei einem exakt gespielten Stoppball darf der Spielball im Moment des Auftreffens nicht rotieren. Dies erreicht der Spieler, indem er den Spielball leicht unterhalb seiner Mitte anspielt.

Aus dem Stoppball wird ein Rückläufer wenn der Spielball im Moment des Kontaktes mit dem Objektball noch eine Rückwärtsrotation besitzt. Dabei bricht der Spielball aus dem natürlichen Winkel in Richtung des Spielers aus. Bei einem gerade gestossenen Ball bedeutet das, dass der Spielball in Richtung des Queues zurückläuft.

Bei einem Nachläufer bricht der Spielball aus dem natürlichen Winkel vom Spieler weg aus. Der Nachläufer entsteht, wenn der Spieler den Spielball oben anspielt (Vorwärtseffet), um ihm zusätzliche Vorwärtsrotation zu verleihen, oder wenn der Spieler den Spielball zentral trifft und er so genügend Zeit hat, nach einer anfänglichen Phase des Rutschens, Rotation aufzunehmen.

Für einen Bogen oder Bogenstoß wird das Queue hinten angehoben; der Spielball wird mit Effet gespielt, so dass dieser einen Bogen macht. Seiten- und gleichzeitiger Vorwärts- oder Rückwärtseffet zwingen den Spielball auf dem griffigen Tuch auf eine vom Spieler gewünschte Bahn.

Banker (Bänker gesprochen) oder Bänder bezeichnet das Spiel über die Bande.

Bei Kombinationen spielt man einen Objektball auf einen Zweiten, um diesen zu versenken. Entsprechend der Anzahl der Kontakte werden solche Stöße auch als Dublette, Triplette etc. bezeichnet.

Kiss Shot bezeichnet den Fall, dass der Spielball von einem Objektball abprallt und dann einen anderen Objektball versenkt.

Oma oder Brücke ist ein liebevoller Ausdruck für das Hilfsqueue, dass benötigt wird, wenn man durch die Lage des Spielballs nicht oder nur schwer an ihn herankommt. Es gibt verschiedene Arten von Hilfsqueues. Die gängigsten sind niedrige Brücke, hohe Brücke und Schwan.

Eine Queueverlängerung ist ein Hilfsmittel, das hinten auf das Griffstück des Queues aufgesetzt wird, um den Spielball auch dann spielen zu können, wenn dieser nur schwer erreichbar ist. Es gibt Queueverlängerungen zum Schrauben (meist ca. 15 cm) und zum Aufstecken (meist ausziehbar ca. 40 bis 97 cm). Queueverlängerungen werden im Poolbillard nur selten eingesetzt, häufiger werden sie im Snooker benötigt, da der Snookertisch größer als der Poolbillardtisch ist.

Allgemeine Poolbillardregeln

Allen Poolbillardarten ist gemeinsam, dass irgendeine Kugel nach der Karambolage eine Bande anlaufen oder versenkt werden muss.

Sobald eine Kugel vom Tisch springt, liegt ein Foul vor.

Durchstoßen ist nicht erlaubt. Ein Durchstoß liegt vor, wenn die Queuespitze den Objektball ein zweites Mal trifft. Dies kann zum Beispiel geschehen, wenn der Spielball sehr nah an einem Objektball liegt.

Ein Stoß oder eine Berührung der Kugeln ist nicht erlaubt, wenn sich noch Kugeln bewegen. Dazu zählt auch das Rotieren um die eigene Achse, ohne dass die Kugel noch die Position verändert.

Es ist weiterhin nicht erlaubt, die Kugeln mit etwas anderem als der Queuespitze zu stoßen.

Ein Foul begeht man immer dann, wenn man einen nicht korrekten Stoß gemacht hat. Je nach Disziplin wird ein Foul unterschiedlich geahndet.

Disziplinen

Die Disziplinen mit der größten Bedeutung sind:
8-Ball
9-Ball
14 und 1 endlos (kurz 14/1e; im englischen Sprachraum Straight Pool genannt)

Daneben gibt es noch zahlreiche Abwandlungen, wie zum Beispiel:
3-Ball
10-Ball
Bank Pool
Blackball
Cribbage Pool
High Run
Kelly Pool
One Pocket
Rotation

Es gelten in allen Disziplinen die Allgemeinen Regeln für Poolbillard. Im einzelnen unterscheiden sich die Spiele in den Details, Taktiken und der Handhabung bei Fouls.

8-Ball

PoolBeim 8-Ball wird mit fünfzehn Objektbällen (die Farbigen) und einem Spielball (die Weiße) gespielt. Die Kugeln mit den Nummern eins bis sieben sind komplett farbig und werden daher die Vollen genannt. Im Gegensatz dazu ist bei den Kugeln neun bis fünfzehn jeweils nur ein Streifen farbig und der Rest weiß, daher werden diese auch die Halben genannt.

Beide Spieler müssen zunächst versuchen ihre Farbgruppe komplett zu lochen, um dann die schwarze Acht versenken zu dürfen, was bei korrekter Ausführung zum Gewinn des Spieles führt. 8-Ball ist ein Ansagespiel, d.h. man muss im Zweifelsfall ansagen, welche Kugel in welche Tasche fallen soll. Ausnahme ist das Break.

8-Ball ist die im Amateurbereich populärste Poolbillardvariannte und wird in Gaststätten und Billard-Salons vorwiegend gespielt.

9-Ball

PoolBeim 9-Ball wird mit 9 durchnummerierten Objektbällen und einem Spielball gespielt. Bei jedem Stoß muss die Kugel mit niedrigsten Zahl zuerst angespielt werden. Es gewinnt der Spieler, der die Kugel Nummer 9 zuerst korrekt locht. Es ist jedoch erlaubt, eine Kugel zu lochen, die noch gar nicht an der Reihe ist, solange man zuerst den Ball mit der niedrigsten Kugel angespielt hat.

9-Ball ist kein Ansagespiel, Zufallstreffer sind daher erlaubt.

Es wird oft bei Turnieren gespielt, weil es ein recht schnelles und spektakuläres Spiel ist.

14 und 1 endlos

Beim 14 und 1 endlos (kurz: 14/1 oder 14/1e; im Englischen: Straight Pool) wird mit fünfzehn Objektbällen und einem Spielball gespielt.

Es handelt sich um ein Punktespiel, bei dem es darum geht, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Man darf jeden Objektball versenken und bekommt dafür immer einen Punkt, für ein Foul bekommt man 1 Punkt abgezogen. Negative Punkte sind möglich.

Der Name 14 und 1 endlos kommt daher, dass man Objektbälle bis auf einen versenkt. Dieser bleibt übrig und das Rack wird wieder aufgebaut (der Platz auf dem Fußpunkt bleibt frei) und man darf weiterspielen. Dieser letzte Objektball sollte so liegen, dass man anschließend diesen versenken und gleichzeitig das Rack lösen kann, um danach weiterzuspielen.

14 und 1 ist ein Ansagespiel, bei dem es, im Gegensatz zum 8-Ball, keine Ausnahmeregel für das Break gibt.

10-Ball

PoolBeim 10-Ball wird mit zehn durchnummerierten Kugeln von 1 bis 10 und einem Spielball gespielt. Ähnlich wie im 9-Ball müssen die Kugeln in aufsteigender Reihenfolge angespielt werden, jedoch muss hier im Zweifelsfall vor jedem Stoß angesagt werden, welche Kugel in welches Loch gespielt wird. Ziel des Spiels ist, die Kugel mit der Nummer 10 nach Ansage mit einem korrekten Stoß zu versenken.

Bank Pool

Beim Bank Pool wird entweder mit neun oder mit fünfzehn Objektbällen und einem Spielball gespielt. Es darf jeder Ball angespielt werden, muss aber im Gegensatz zu allen anderen Poolbillardvarianten über Bande gelocht werden, der Objektball muss also zuerst in die Bande gespielt werden, bevor er von dieser abprallt und in Richtung Loch rollt. Bank Pool ist ein Ansagespiel.

Der Name dieser Spielart leitet sich auch von dieser Besonderheit ab, da das englische Wort bank dem deutschen Wort Bande entspricht.

One Pocket

Beim One Pocket wird mit fünfzehn Objektbällen und einem Spielball gespielt. Ähnlich wie beim 14/1 zählt jede Kugel einen Punkt und es wird nicht wie beim 8-Ball oder 9-Ball zwischen den Kugeln unterschieden. Die Besonderheit des One-Pockets ist, dass für den Spielenden nur Bälle zählen, die in sein – vorher ausgemachtes – Loch fallen. Welcher Spieler seine Kugeln in welches Loch zu spielen versucht, wird zu Beginn des Spiels bestimmt.

Hausregeln

Poolbillard hat als populäres Spiel in Kneipen im Laufe der Zeit viele Hausregeln erfahren, von denen einige von den Spielern auch als offiziell vermutet werden. Übliche Varianten können dabei verschiedenste Änderungen der Turnierregeln beinhalten, wie zum Beispiel
Bestimmte Aufbauregeln nach Nummern oder Farbsymmetrien
Bestimmung der Farbzuteilung auch schon durch versenkte Kugeln beim Anstoß (beim 8-Ball)
Spiel ohne Ankündigung der Stöße
Verschiedene Formen der Bestrafung ungültiger Stöße, z. B. ein zusätzlicher Strafstoß für den Gegner und/oder Anstoß aus dem Kopffeld des Tisches
Erlaubnis, Kugeln, die an der Bande liegen, eine Queuebreite abzurücken.
Indirekte Stöße auf des Gegners Kugeln, d. h. nachdem der Spielball die Bande berührt hat, werden oft nicht als Foul gesehen
Pflichtspiel der schwarzen Kugel in die gegenüberliegende Tasche der letzten versenkten normalen Kugel oder gelegentlich auch in dieselbe Tasche (beim 8-Ball)
Wenn ein Spieler beim Break die schwarze Kugel locht, gewinnt er (beim 8-Ball)

All diese Varianten entsprechen nicht der Sportart Poolbillard und werden in verschiedenen Regionen und von verschiedenen Gruppen in unterschiedlichen Kombinationen gehandhabt. Z. B. ist die Two-Shots-Regel, d. h. die Gewährung eines zusätzlichen Stoßes für den Gegenspieler nach einem Foul, ein fester Bestandteil der britischen Wirthausregeln.

...Snooker...

Snooker ist eine Variante des Präzisionssports Billard, die mit speziellen Queues auf einem Snookertisch gespielt wird. Das Spielprinzip besteht darin, 15 rote und sechs andersfarbige Bälle („die Farben“) mit dem weißen Spielball nach bestimmten Regeln in die Taschen zu versenken.

Allgemeines

Der Name Snooker bezieht sich auf eine „Snooker“ genannte Spielsituation, in der ein Spieler einen Ball, den er laut Regeln anspielen müsste, nicht auf direktem Wege in vollem Umfang anspielen kann und so zu einer schwierigeren Lösung gezwungen ist (er wurde gesnookert). Das Wort snooker hat aus dieser Bedeutung heraus auch im übertragenen Sinne Eingang in die englische Sprache gefunden (to snooker somebody: „jemanden sperren, behindern“).

Snooker hat, verglichen mit anderen populären Formen des Billards, einen höheren technischen Schwierigkeitsgrad und stellt größere Anforderungen an die spieltaktischen Fähigkeiten der Spieler. Die höhere technische Schwierigkeit ergibt sich hauptsächlich aus der im Vergleich zu vielen anderen Billardvarianten größeren Fläche des Spieltisches, aus dem kleineren Durchmesser der Kugeln und daraus, dass die Taschen weiter in die Banden eingezogen und enger sind als etwa beim Poolbillard. Das abwechselnde Anspielen von roten und nichtroten Bällen und das angestrebte Spiel auf den höchstwertigen (schwarzen) Ball erfordert darüber hinaus ein hohes Maß an Kontrolle über den weißen Spielball.

Snooker gilt als „gentlemen’s sport“, da hier mehr als bei anderen Billardvarianten auf Contenance, Stil und die Einhaltung der Etikette Wert gelegt wird. Bei den meisten großen Turnieren ist zudem förmliche Kleidung mit Hemd, Weste und Fliege vorgeschrieben (Dresscode).

Vor allem in Großbritannien, Irland und in einigen Ländern des Commonwealth hat Snooker einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Erfolgreiche Snookerspieler besitzen dort den Status von Stars oder gelten fast als Nationalhelden wie zum Beispiel Ken Doherty in Irland oder James Wattana in Thailand. Die meisten der Profi-Snookerspieler stammen dieser Tradition entsprechend aus England, Schottland, Wales, Nordirland und Irland. Die bedeutendsten Turniere sind mit bis zu mehreren hunderttausend Euro dotiert und werden insbesondere von den Fernsehanstalten BBC, Sky Digital und Eurosport live übertragen.

In Deutschland kann Snooker mit etwa 4000 im Verein organisierten Spielern eher als Randsportart bezeichnet werden (zum Vergleich: Großbritannien etwa sechs Millionen), jedoch wird das Spiel in Deutschland immer populärer (vgl. Abschnitt Snooker in Deutschland).

Geschichte des Snookers

Der Ursprung des Billardspiels im Allgemeinen liegt im 15. Jahrhundert in dem heute ausgestorbenen Spiel Pall Mall.

Die heutigen Billardformen entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts. Ein Meilenstein war die Einführung des Queue 1800, das 1807 eine lederbezogene Spitze (die Pomeranze) bekam. Außerdem wurde das Holz der Tische durch eine Schieferplatte ersetzt (1827) und die Banden statt mit Baumwolle mit Gummi gefüllt (1835). Des Weiteren wurden die Maße für Tische, auf denen man das so genannte English Billiards spielte, festgelegt.

Snooker selbst wurde in Indien im Jahre 1875 (vermutlich am 17. April) von Offizieren der britischen Kolonialkräfte im Ooty Club von Ootacamund in den Nilgiribergen erfunden. Die übliche Spielweise war damals das Black Pool, das mit 15 roten und einem schwarzen Ball gespielt wurde. Im Laufe der Zeit kamen je ein grüner, gelber und pinkfarbener Ball dazu. Erst mehrere Jahre später wurden der braune und der blaue Ball hinzugefügt. Eine von Joe Davis 1959 vorgeschlagene Erweiterung auf acht farbige Bälle (Snooker Plus) konnte sich hingegen nicht durchsetzen.

Der Name Snooker entstand dabei aus einer abwertenden Bezeichnung für Frischlinge bei der Armee. In der Sportart hat den Begriff vermutlich zuerst der englische Offizier Neville Bowses Chamberlain verwendet, der einen seiner Mitspieler so bezeichnete, nachdem dieser den Spielball zufällig oder absichtlich so platzierte, dass er ihn nicht spielen konnte. Dass das Militärwesen (sozusagen über die militärische Nomenklatur) Einfluss auf diese Sportart hat, zeigt sich auch in der Bezeichnung für das Versenken des Spielballs, in der Fachsprache Scratch genannt. Das war eine abwertende Bezeichnung für einen Rekruten.

Durch den damals besten Spieler John Roberts kam das Spiel 1885 nach England. Bei den professionellen Billardspielern fand Snooker zunächst keinen Anklang, doch bei den Amateuren erfreute sich das Spiel bald großer Beliebtheit, und 1916 wurde die erste britische Amateurmeisterschaft ausgetragen. Die Billiards Association hatte bereits 1890 die Snooker-Regeln anerkannt.

Die ersten Profiweltmeisterschaften fanden 1927 auf Anregung von Joe Davis statt. Davis gewann dieses Turnier und alle weiteren Weltmeisterschaften, bis er nach 1946 nicht mehr an ihnen teilnahm. Damit trat Davis ohne eine einzige Weltmeisterschafts-Niederlage zurück. Der aktuelle Weltmeister (2008) ist der Engländer Ronnie O'Sullivan.

Die ersten Amateurweltmeisterschaften fanden 1963 in Indien statt und werden seit 1984 jährlich ausgespielt.

Im Jahre 1969 suchte die BBC nach einer preiswerten Sportart, bei der die Möglichkeiten des gerade eingeführten Farbfernsehens besonders zur Geltung kommen. Man hob zu diesem Zweck schließlich das Snookerturnier Pot Black Cup aus der Taufe, das am 23. Juli 1969 erstmals übertragen wurde. Die Popularität des Snooker erhielt dadurch einen enormen Auftrieb, und bald kamen auch andere Turniere auf den Sendeplan. Snookerübertragungen sind heute in Großbritannien neben Fußball die Sportsendungen mit den höchsten Einschaltquoten. In Großbritannien schrieb das WM-Finale 1985 zwischen Steve Davis und Dennis Taylor TV-Geschichte, als nach Mitternacht noch über 18 Millionen Zuschauer das Match verfolgten, was bis heute die höchste je in Großbritannien ermittelte Einschaltquote für eine Sportsendung ist.

Tisch

SnookerDer offizielle Turnier-Snookertisch ist ein 12-Fuß-Tisch. Sein Spielfeld hat die Abmessungen 3556 × 1778 mm (jeweils +/-13 mm) und ist damit doppelt so lang wie breit. Die Höhe des Spieltisches liegt zwischen 851 mm und 876 mm. Snookertische sind bis zu 1500 kg schwer.





Snookerballe

Die Kugeln beim Snooker werden auch Bälle genannt. Heutige Snookerbälle Snookerbestehen aus Phenolharz. Der Durchmesser eines Snookerballs beträgt 52,5 Millimeter; die Masse ist im Reglement nicht vorgegeben, sie liegt üblicherweise im Bereich zwischen 130 und 150 Gramm und darf zwischen den Bällen eines Sets maximal drei Gramm Differenz betragen. Es wird mit einem weißen Ball, auch Cue Ball genannt, gespielt. Dabei handelt es sich um den einzigen Ball, der mit dem Queue (engl. Cue) direkt angespielt werden darf.

Snookerqueue

Im Snooker verwendet man verjüngte Holzqueues, die sehr hart sind (oft aus Ahorn oder Esche). Verjüngt bedeutet, dass das Queue am Griffstück dicker ist und zur Spitze hin dünner wird. Das Queue muss mindestens 91 cm lang sein. Es wird in der Regel mit offener Brücke gespielt. Darunter versteht man, dass das Queue offen auf Daumen und Zeigefinger aufliegend geführt, also nicht vom Zeigefinger umschlossen wird, wie es häufig im Pool- und Carambolage-Billard der Fall ist. Ein Queue kann entweder einteilig oder zweiteilig mit Schraubgewinde (engl. Joint) ausgeführt sein. Bei zweiteiligen Queues überwiegt im Bereich des Turniersnooker die ¾-Teilung. Bei der ¾-Teilung beträgt die Länge des Vorderteils des Queues ¾ der Gesamtlänge. Durch die ¾-Teilung wird vermieden, dass die Verschraubung beim Stoß mit dem Kinn in Kontakt kommt, da das Queue beim Stoß am Kinn entlang geführt wird. Nur sehr wenige Profispieler verwenden Queues mit ½-Teilung. Die Profi-Queues sind dabei meist Spezialanfertigungen, und Spitzenspieler spielen mit ihrem Queue nach Möglichkeit ein Leben lang.

Das Queue kann durch ein weiteres anschraubbares Stück (Extension) verlängert werden, eine weitere Verlängerung kann mit der zum Tisch gehörenden Teleskopverlängerung erfolgen. Das ist in manchen Spielsituationen aufgrund der Größe des Tisches und der Lage der Bälle erforderlich.

Billardkreide

Bei Turnieren wird die Pomeranze im Allgemeinen vor jedem Stoß neu gekreidet. Durch die Kreide entsteht eine gesteigerte Haftung der Pomeranze an dem Spielball, so dass dieser in eine Rotation versetzt werden kann. Diese Rotation ist wesentlich für das Positionsspiel, da der Spielball somit nach Auftreffen auf den gespielten Ball (Objektball) gelenkt werden kann, um für den nächsten Stoß eine günstige Ausgangsposition zu schaffen. Die meist grüne Kreide, die beim Snooker benutzt wird, unterscheidet sich nicht von der bei anderen Billardvarianten verwendeten Kreide.

Regeln und Begriffe

Einige wichtige Begriffe und Regeln sind:

Break

Ein Break ist eine Serie von Punkten, die ein Spieler erreicht, wenn er durchgehend am Tisch ist. Es ist maximal möglich, 147 Punkte in einem Break zu erzielen, wenn zu jedem roten Ball immer der schwarze und anschließend die farbigen Bälle gelocht werden (15 × (1 + 7) + 27 = 147 Punkte). Ein solches Break heißt Maximum Break.

Ball on

Einen Ball, der entsprechend den Regeln als nächstes gespielt werden kann oder muss, bezeichnet man als Ball on. Dieser Ball muss dann – eventuell nach einer vorherigen Bandenberührung – als erstes getroffen werden. Beim Spiel auf die roten Bälle sind alle roten Bälle on. Wird auf die farbigen Bälle gespielt, ist – nach dem Lochen eines roten Balles – derjenige Ball on, der vom Spieler angesagt wurde beziehungsweise beim Endspiel auf die farbigen Bälle derjenige mit dem jeweils kleinsten Wert.

Foul

Ein Foul ist ein regelwidriger Stoß und wird mit mindestens vier und maximal sieben Punkten (dem Höchstwert des am Foul beteiligten Balles) bestraft, die dem Gegenspieler gutgeschrieben werden. Ein Foul ist es unter anderem, wenn der weiße Ball in die Tasche fällt oder vom Tisch springt oder wenn ein Ball zuerst getroffen wird, der nicht on ist.

Miss

Das Miss wird vom Schiedsrichter bestimmt. Es wird immer in Verbindung mit einem Foul gegeben, falls der Schiedsrichter der Ansicht ist, dass es entweder eine leichtere Lösung gibt, durch die das Foul zu vermeiden ist, oder dass der Spieler nicht seinen Fähigkeiten entsprechend versucht hat, einen korrekten Stoß auszuführen. Nach einem Miss kann der Gefoulte nicht nur entscheiden, ob er selbst oder der Foulende aus der neuen Position weiterspielen soll (dies kann er bei jedem Foul), sondern er hat die Möglichkeit, dass alle Bälle an ihre Positionen vor dem Foul aufgesetzt werden, und der Foulende den Stoß wiederholen muss.

Farbe Wert
Rot 1 Punkt
Gelb 2 Punkte
Grun 3 Punkte
Braun 4 Punkte
Blau 5 Punkte
Pink 6 Punkte
Schwarz 7 Punkte

Snooker ist ein Ansage- und Punktespiel. Das Grundprinzip besteht darin, abwechselnd einen roten Ball und einen der sechs farbigen Bälle zu versenken, bis alle Objektbälle vom Tisch sind oder – bei einer Punktedifferenz größer als sieben – sich außer dem weißen nur noch der schwarze Ball auf dem Tisch befindet. Ist das der Fall, ist der Frame (das Spiel bzw. der Satz) beendet. Ein Match besteht meist aus mehreren Frames; es gewinnt der Spieler das Match, der als erster mehr als die Hälfte einer festgelegten Zahl von Frames gewonnen hat.

Bei Ranglistenturnieren ist die Anzahl der Frames immer ungerade, so dass kein Unentschieden möglich ist. Bei Ligaspielen (z.B. Premier League) kann die Anzahl der Frames gerade sein, womit Matches auch unentschieden enden können.

Jeder der Bälle hat einen bestimmten Wert. Dieser Wert wird beim Lochen dem Punktestand des Spielers hinzuaddiert.

Beispielsweise erhöht sich das Punktekonto des Spielers für die Abfolge „Rot – Schwarz – Rot – Pink – Rot – Schwarz“ um 23 Punkte.

Wird ein Ball vom Spieler nicht versenkt, kommt der gegnerische Spieler an den Tisch und erhält seinerseits die Möglichkeit, eine Folge von Bällen zu versenken. Wenn ein Spieler an den Tisch kommt, muss er zunächst immer eine Rote anspielen. Im Endspiel auf die Farben, wenn keine Roten mehr auf dem Tisch sind, wird immer mit dem niedrigstwertigen Ball begonnen, der sich noch auf dem Tisch befindet.

Die farbigen Bälle werden nach dem Versenken wieder auf dem Tisch aufgesetzt; rote verbleiben, auch nach einem Foul, in den Taschen. Nach dem letzten roten darf noch ein farbiger Ball nach Wahl gespielt werden. Sind alle roten Bälle und die letzte frei wählbare Farbe versenkt, müssen die farbigen Bälle in Reihenfolge ihrer Wertigkeit vom Tisch gespielt werden, angefangen mit Gelb (2), Grün (3), … und zuletzt Schwarz (7); sie verbleiben nun auch in den Taschen.

Kann man keinen Ball gemäß den Regeln versenken, versucht man den Gegner zu snookern. Das geschieht, indem man den Spielball in eine Position bringt, aus der der Gegner keinen anzuspielenden Ball auf direkter Linie erreichen kann. Aus einem Snooker heraus passieren häufig Fehler oder Fouls. Die Foulpunkte erhöhen den Punktestand, und vielleicht ergibt sich im Anschluss an den Stoß des Gegners eine Situation, die man dann nutzen kann, um das Spiel für sich zu entscheiden. Der Gegner, der gesnookert wird, muss reagieren, während man selbst die Chance hat, das Spiel zu bestimmen.

Es gewinnt der Spieler, der bei Beendigung des Frames die höhere Punktzahl hat. Haben beide Spieler die gleiche Anzahl von Punkten, so wird der schwarze Ball erneut aufgesetzt und weitergespielt, bis der schwarze Ball fällt oder ein Foul begangen wurde (re-spotted black). Befindet sich außer dem Spielball nur noch der schwarze Ball auf dem Tisch und ist die Punktedifferenz größer als sieben, gilt der Frame als beendet. Der Spieler, der den vorletzten (pinkfarbenen) Ball eingelocht hat, kann den schwarzen Ball aber noch spielen, wenn er es wünscht. Gelingt es ihm, den schwarzen Ball zu versenken, bekommt er die Punkte regulär zu seinem Punktestand hinzuaddiert. Ein Frame ist auch beendet, wenn ein Spieler aufgibt, weil er seinen Rückstand als unaufholbar einschätzt, d. h. wenn mit den verfügbaren Bällen weniger Punkte erreicht werden können, als zum Übertreffen des gegnerischen Punktestandes notwendig wären und der Spieler auch nicht glaubt, noch ausreichend Punkte durch erfolgreiche Snooker und die daraus resultierenden Foulpunkte zu erlangen. In diesem Fall gilt es als gutes Benehmen, den Frame aufzugeben, nachdem der Gegner am Tisch sein Break beendet hat.

Die maximal verbleibende Anzahl an Punkten, die sich noch auf dem Tisch befindet, lässt sich wie folgt berechnen: Anzahl roter Bälle × 8 + 27.

Taktik

Ein fester Bestandteil der Snookertaktik sind Sicherheitsstöße, bei denen versucht wird, den Spielball nahe an der Bande abzulegen, wodurch nur die obere Seite des Spielballs angespielt werden kann. Das schränkt die Präzision ein, macht eine Kontrolle des Spielballs durch Effets praktisch unmöglich und erhöht das Risiko eines Foulspiels durch den gegnerischen Spieler. Es gibt eine damit vergleichbare, im Jargon der Turnierspieler scherzhaft chinese snooker (chinesischer Snooker) genannte Konstellation, bei der ein Objektball nicht wie bei einem echten Snooker den Weg des Spielballs blockiert, sondern dicht an der anderen Seite des Spielballs liegt und die Führung des Queues erschwert.

Eine andere häufig gespielte taktische Variante ist der so genannte Shot to Nothing, was in etwa „Stoß auf Nichts“ bedeutet. Gemeint ist damit, dass bei diesem Stoß ein Spieler einen roten Ball anspielt ohne zu beabsichtigen, dadurch eine gute Position auf eine Farbe zu erreichen. Ziel ist es stattdessen, möglichst einen roten Ball zu versenken und gleichzeitig den weißen Spielball wieder so abzulegen, dass beim Verfehlen der Tasche der Gegner keinen einfachen Einstiegsball vorfindet. Es wird also auf keinen farbigen Ball für eine Fortsetzung des Breaks gespielt, sondern auf „nichts“. In der Regel wird so ein Stoß dann gespielt, wenn die roten Bälle alle noch in der unteren Tischhälfte liegen und der Spielball in der oberen. Wird tatsächlich ein roter Ball versenkt, ist die Chance auf eine Fortsetzung des Breaks manchmal vorhanden, da anschließend eine Farbige versenkt werden muss und diese sich auch in der oberen Tischhälfte befinden. Ist das nicht möglich, besteht oft die Chance, den Gegner zu snookern, indem der Spielball direkt hinter eine Farbige gelegt wird. Da jeder versenkte rote Ball die Summe der noch erreichbaren Punkte um acht reduziert, ist diese Methode vor allem bei schwierigen Stößen und in Führung liegend vorteilhaft.

Bis in die 1990er Jahre wurde Snooker eher defensiv gespielt, das heißt man war mehr darauf bedacht, am Tisch eine sichere Ablage zu hinterlassen, war also eher auf das „Snookern“ aus, riskierte seltener das Anspielen schwierig platzierter Bälle und wartete lieber auf ein günstigeres Bild. Ein Klassiker dieser Spielweise ist der sechsmalige Weltmeister Steve Davis. Insbesondere durch Stephen Hendry, der als der Meister der langen Einstiegsbälle gilt, wurde das Spiel zu Beginn der 1990er allgemein offensiver. Lange Bälle, Kombinationen und schwierigere Winkel werden öfter und mutiger angegangen, vor allem bei den sogenannten „Einsteigern“, dem jeweils ersten Ball einer Aufnahme, der die Basis für die großen Breaks der Profis bildet. Das hebt auch die Ansprüche, die an junge Nachwuchsspieler gestellt werden. Um in der Spitzenklasse mitspielen zu können, müssen solche schwierigen Bälle über die gesamte Länge des Tisches beherrscht werden, um überhaupt Chancen zu bekommen, einen Frame zu gewinnen. Die erfolgreichsten Spieler der Snooker-Neuzeit sind daher auch die sogenannten One-Chance-Player, die in der Regel nur einen versenkbaren Ball benötigen, um den Frame dann in einer Aufnahme zu entscheiden.

Wichtige Turniere

Die wichtigsten Turniere werden größtenteils in Großbritannien ausgetragen. Das wichtigste ist die World Snooker Championship – die Snookerweltmeisterschaft. Hier gibt es das höchste Preisgeld und die meisten Punkte für die Weltrangliste. Als zweitwichtigstes Turnier gilt die UK Championship, für die es ebenfalls mehr Ranglistenpunkte gibt als für die übrigen Turniere.

Die aufgeführten Turniere gehören zur Main Tour. Für die Ranglistenturniere sind nur die führenden Spieler der Weltrangliste gesetzt, alle weiteren Spieler müssen sich – je nach Ranglistenposition – in einer oder mehreren Runden für das Teilnehmerfeld qualifizieren.

Snookerweltmeisterschaftspokal
Ranglistenturniere
Northern Ireland Trophy
Shanghai Masters
Grand Prix
Bahrain Championship
UK Championship
Welsh Open
China Open
Snookerweltmeisterschaft
Einladungstuniere
Masters
Pot Black Cup
Malta Cup

Das größte Turnier in Deutschland sind die German Open. Seit 2007 trägt das Turnier in Erinnerung an den 2006 verstorbenen Paul Hunter den Namen Paul Hunter Classics. Es ist derzeit nicht Teil der Main Tour, hatte jedoch von 1995 bis 1997 den Status eines Weltranglistenturniers inne. Ausgerichtet wird dieses Turnier vom Snooker Sport Club (SSC) Fürth e.V.

Verschiedenes

In China ist Snooker auf dem Wege, den Status einer Randsportart zu verlassen. Das Finale der China Open 2005, das der Chinese Ding Junhui gegen Stephen Hendry gewann, schauten über 100 Millionen Fernsehzuschauer. Das Spiel verdrängte den gleichzeitig stattfindenden Grand Prix der Formel 1 aus dem Programm.

Pramien

Neben den Turniergeldern ist auf ein Maximum Break in der Regel eine Extraprämie ausgesetzt, die bei den meisten Turnieren 20.000 Pfund beträgt. Auch andere besondere Leistungen in einem Turnier, wie Century Breaks, die meisten erfolgreichen Snooker etc., werden mit Boni belohnt. Bei den Snooker-Weltmeisterschaften in Sheffield beträgt die Prämie für ein Maximum Break 147.000 Pfund. 2008 kam es zu einer Premiere, als erstmals 2 Spieler, Ronnie O'Sullivan und Allister Carter, bei der WM ein Maximum Break schafften. Die Prämie wurde in diesem Fall auf beide Spieler aufgeteilt. Interessanterweise versichert sich der Veranstalter gegen so einen Fall, d. h. die 147er Prämie bezahlt ein Versicherungsunternehmen.

Gentlemen's sport

Snooker ist wie wenige andere Sportarten durch Korrektheit und Contenance geprägt. Das betrifft nicht nur die Kleidung, auch von den Spielern wird erwartet, sich in jeder Hinsicht vorbildlich zu verhalten. Es ist beispielsweise üblich, dass ein Spieler sofort einen eigenen Fehler anzeigt, auch wenn ihn weder der Gegenspieler noch der Schiedsrichter bemerkt haben, beispielsweise das Berühren des Balles durch eigene Kleidung oder einen sog. Durchstoß, den oft nur der Spieler selbst bemerken kann. Auch der Weltverband stellt sich diesen Ansprüchen. Als verdeckte Journalisten den Spieler Quinten Hann ansprachen und ihm eine Bereitschaft zu einem möglichen Wettbetrug nachweisen konnten, wurde der Spieler für acht Jahre gesperrt. Ein tatsächlicher Betrug hat nicht stattgefunden, der Spieler hatte lediglich derartige Angebote nicht abgelehnt.

Hinsichtlich der Bekleidungsvorschriften gab es 2003 den Versuch einer Lockerung, indem den Profis bei Turnieren nicht mehr zwingend vorgeschrieben war, eine Fliege zu tragen. Nach nur einem Jahr der „offenen Kragen“ wurde der obligatorische Binder wieder eingeführt, nur vereinzelte Spieler wie Stephen Maguire dürfen mit ärztlichem Attest darauf verzichten.

Snooker in Deutschland

Obwohl in Deutschland nach wie vor Poolbillard die beliebteste Billardvariante ist, findet Snooker seit einigen Jahren auch hierzulande immer mehr Anhänger. Die gesamte Snooker Main Tour wird in Deutschland vom Spartensender Eurosport ausgestrahlt, die Snooker Premier League vom deutschen Sportsender DSF. Dem Snookerkommentator Rolf Kalb vom Sportsender Eurosport, ist – neben dem Sport an sich – der Anstieg der Beachtung dieser Spielart in Deutschland mit zu verdanken, da er durch seine Art der Kommentierung auch Neulingen den Sport – und vor allem dessen Regelwerk – näher bringt. Billardclubs stellen immer häufiger Snookertische auf und geben so Interessierten die Möglichkeit, den Sport selbst einmal auszuprobieren. Durchschnittlich schauen rund eine Million Zuschauer die Übertragungen. Für Snooker ist in Deutschland, wie für alle Billarddisziplinen, die Deutsche Billard Union (DBU) der Dachverband.

Auch im aktiven Spiel werden Deutsche zunehmend erfolgreich. Mit Lasse Münstermann und Patrick Einsle sind inzwischen zwei Deutsche an der 2003 gegründeten Snooker Academy in Rushden, die so berühmte Spieler wie Peter Ebdon und James Wattana zu ihren Mitgliedern zählt.

Den bislang größten Erfolg für den deutschen Snookersport erreichte das deutsche Team in der Besetzung Lasse Münstermann, Sascha Lippe und Itaro Santos mit dem Sieg bei der European Team Championship 2007. Patrick Einsle spielte, ermöglicht durch eine Wildcard, auf der Main Tour 2006/07.

1995 bis 1997 fanden in Deutschland die German Open als Ranglistenturnier statt, auch die European Snooker League, die später in Premier League umbenannt worden ist, wurde bereits auf deutschem Boden ausgetragen. 1998 hieß das Turnier German Masters, wurde allerdings nicht mehr als Ranglistenturnier gespielt und fand 1999 bis 2003 überhaupt nicht statt. Ab 2004 wurde die Veranstaltung wiederbelebt und 2007 zu Ehren von Paul Hunter in Paul-Hunter-Classics umbenannt. Auch die 2008 von John Higgins ins Leben gerufene Turnierserie World Series of Snooker macht in Deutschland Station.


...Carambolage...

CarambolageCarambolage, auch Karambol, ist der Überbegriff einer Billard-Variante, die mit drei Kugeln gespielt wird. Die Kugeln werden im Fachjargon „Bälle“ genannt, sie haben die Farben Rot, Weiß und Gelb. Alternativ wird mit einer roten und zwei weißen Kugeln gespielt, von denen eine mit einem Punkt markiert ist. Im Gegensatz zum Poolbillard oder Snooker werden hier keine Kugeln in Taschen versenkt, der Tisch hat keine Löcher. Carambolage ist eine Präzisionssportart.

Grundregeln

Die Grundregeln sind einfach und gelten für alle Disziplinen: Jeder Spieler spielt über die gesamte Partie mit demselben Ball, seinem „Spielball“, der gelb oder weiß gefärbt ist. Er muss versuchen, diesen so zu stoßen, dass er die beiden anderen Bälle berührt („karamboliert“). Gelingt dies, zählt das einen Punkt und der Spieler darf seine Serie fortsetzen. Protokolliert werden sowohl die erzielten Punkte, als auch die sogenannten Aufnahmen, die besagen, wie oft jeder Spieler an den Tisch kam. Die Partie endet, wenn einer der Spieler eine festgelegte Punktzahl erreicht. Meistens wird auch die Zahl der Aufnahmen begrenzt. In der letzten Aufnahme, oder wenn der erste Spieler die erforderliche Punktzahl erreicht hat, führt der zweite Spieler den „Nachstoß“ aus der Anfangsposition aus (Ausnahme: im Satzsystem bei mehr als einer Aufnahme). Begonnen wird jede Partie mit dem Anfangsstoß. Dieser Ball muss von dem roten Ball aus gespielt werden.

CarambolageInternationales Turniermaß der Tische ist das Matchbillard mit einer Spielfläche von 1,42 m × 2,84 m – dies entspricht 5 Fuß x 10 Fuß. Es gibt aber auch ein kleineres, sogenanntes Turnierbillard mit einer Größe 1,05 m × 2,10 m, welches außer bei der Bundesliga oder großen Deutschen Meisterschaften verwendet wird. Außerdem gibt es noch ein Halbmatchbillard mit den Maßen 1,15 m × 2,30 m.

Die Disziplinen

Ursprüngliche Variante ist die Freie Partie, in anderen Disziplinen kommen erschwerende Zusatzregeln hinzu, die das Verlassen von eingezeichneten Feldern nach bestimmten Regeln (Cadre-Disziplinen) oder das Spiel über Bande (Einband, Dreiband) fordern.

Freie Partie

Die Freie Partie ist die Grunddisziplin von Carambole-Billard. Hier gilt die Grundregel, wonach eine Carambolage dann erzielt ist, wenn der Spielball die beiden anderen Bälle berührt, ohne Einschränkungen. Einzige Ausnahme bildet der Eckbereich, der durch eine feine Kreidelinie auf dem Tuch markiert ist (Eckenabstrich). Hier gilt die Einschränkung, dass wenn beide Objektbälle (Ball 2 und 3) in den markierten Bereich eingetreten sind, nur noch einmal eine uneingeschränkte Carambolage erzielt werden darf. Im zweiten Stoß nach Eintritt muss einer der beiden Objektbälle den markierten Bereich verlassen. Er darf aber wieder in diesen zurücklaufen. Der Schiedsrichter kündigt diese Spielsituationen mit den Ansagen „Eintritt“ (oder „Herein“; „Entrée“) und „Drin“ („Dedans“) an. Ein mittig auf der Markierung liegender Ball wird dabei gegen den Spieler (also als „herein“ bzw. „drin“) gewertet; mit der Ansage „rittlings“ entscheidet der Schiedsrichter in nicht sofort ersichtlicher Situation (zur Information für Gegner und Publikum), dass sich nicht (mehr) beide Objektbälle im Sperrbereich befinden.

Charakteristisch für die Freie Partie ist die „Amerikanische Serie“. Sie wurde 1876 von den kanadischen Brüdern Dion und dem US-amerikanischen Spieler Sexton entwickelt. In der Amerikanischen Serie treibt der Spieler die beiden Objektbälle der Bande entlang rund um den Tisch. Ihre Perfektionierung mit weit über 1000 Punkten in Serie führte in der Folge zur Entwicklung der Disziplin Cadre.

Cadre

Beim Cadre ist der Tisch durch feine Kreidestriche in neun beziehungsweise sechs Felder eingeteilt. Zusätzlich werden am großen Tisch so genannte Anker eingezeichnet. Innerhalb dieser Flächen gelten gesonderte Regeln. Haben der Spielball und einer der anderen Bälle Kontakt, nachdem sie zur Ruhe gekommen sind, was auch als Press bezeichnet wird, so hat man hier im Gegensatz zur freien Partie die Wahl, ob die Bälle neu aufgestellt werden oder ob man weiterspielen möchte. Im Fall, dass man weiterspielt, muss von dem Ball, mit dem Kontakt besteht, weggespielt werden, da ansonsten ein sogenannter Durchstoß erfolgt. Beim Aufstellen nach Press oder Hinausspringen eines Balls vom Tisch werden immer alle drei Bälle neu aufgesetzt. Folgende Cadre-Disziplinen sind zu unterscheiden:
47/2, 71/2, 47/1 für das große Billard
38/2 und 57/2 für das Halbmatch-Billard
35/2 und 52/2 für das kleine Billard

Die Zahl vor dem Schrägstrich gibt den Abstand der eingezeichneten Linien in Zentimeter zu den Banden an. Die daraus entstehenden Felder sind die Cadrefelder. Es ergeben sich daraus für 47/1, 47/2, 38/2 und 35/2 neun Felder und für die anderen Disziplinen im Cadre sechs Felder. Die Zahl nach dem Schrägstrich gibt an, wie viele Punkte man in diesen Feldern erzielen darf, bevor Ball 2 oder 3 diese verlassen muss. Das bedeutet: Rollen Ball 2 und Ball 3 (Ball 1 ist immer der Spielball) in eines dieser Felder, so befinden sie sich in /2 - Disziplinen 'herein', in /1 - Disziplinen 'drin'. Erzielt man in einem Feld bei 'herein' einen Punkt und die Bälle 2 und 3 befinden sich immer noch in dem selben Feld, so heißt es nun 'drin'. Bei 'drin' muss Ball 2 oder Ball 3 dieses Feld verlassen. Wird ein Ball aus dem Feld gespielt und rollt wieder in das gleiche Feld zurück, so ist dies erlaubt. Auf dem großen Tisch werden zusätzlich sogenannte Anker eingezeichnet. In diesen Feldern gelten zusätzlich die gleichen Bedingungen wie in den normalen Cadrefeldern.

Charakteristisch für Cadre ist die sogenannte „Strich-Serie“. Vergleichbar mit der amerikanischen Serie wird hierbei versucht, die beiden Objektbälle nebeneinander am Cadre-Strich in verschiedenen Cadrefeldern zu karambolieren. Da sich die beiden angespielten Bälle - auch bei größtem Feingefühl - immer ein wenig voneinander entfernen, wird es nach wenigen Stößen erforderlich, den der Bande näheren Ball 2 an die Bande zu drücken, um dessen Lauf wieder in unmittelbarer Nähe von Ball 3 und des Cadrestrichs durch Ball 1 zu stoppen: Die Strichserie beginnt erneut.

Aus den Schiedsrichterregeln: Werden im Anker zwei Ballpositionsangaben erforderlich, so ist die auf das Cadrefeld bezogene Position der Bälle grundsätzlich zuerst anzugeben, z. B. „drin“ (im Cadrefeld) - „herein“ (im Anker). Ist die Position der Bälle 2 und 3 ausschließlich für eines der Cadrefelder von Bedeutung, genügt diese eine Angabe. Hingegen ist der Bezeichnung einer bedeutsamen Ballposition im Anker stets die Angabe der Ballposition im Cadrefeld voranzusetzen, auch dann, wenn im Cadrefeld keine „herein“- oder „drin“-Situation besteht. In diesem Fall bedient sich der Schiedsrichter ersatzweise des Begriffs „rittlings“, z. B. „rittlings-herein“ keinesfalls „Anker herein“). Der Schiedsrichter vermeidet zwei gleichlautende Ballpositionsangaben, er sagt nicht: „herein-herein“ oder „drin-drin“, sondern „herein beide“ oder „drin beide“.

Die Anker befinden sich an jedem Ende eines Cadrestriches an der Bande. Der Anker hat die Maße 17,8 cm × 17,8 cm und ist jeweils zur Hälfte in benachbarten Cadrefeldern.

Einband

In dieser Disziplin muss die eigene Spielkugel (Ball 1) mindestens eine Bande berühren, bevor die Carambolage beendet wird. Die regelmäßig einfachste Variante dürfte hierfür das Anspiel von Ball 2, Bande(n), Ball 3 sein. Denkbar sind aber auch weitere Möglichkeiten durch Anspiel einer/mehrerer Vorbande(n), Bälle 2 und 3 mit oder ohne weitere Zwischenbande(n). Eine interessante Variante ist das sog. Einband - Amerika. Dabei werden die Objektbälle (2 und 3) in Bandennähe mit ca. 90 Grad Neigung auf die Bande eingestellt. Mit dem Spielball (1) werden nun ganz zarte Vorbänder gespielt, bis die Position geöffnet ist. Richtig auf B2 eingestellt, lässt sich dieser über die gegenüberliegende Bande in die Stellung zurück holen und die Vorbandenserie beginnt von vorn.

Dreiband

Bei dieser Spielart des Carambolage-Billards muss die eigene Spielkugel vor der Karambolage mit der dritten Spielkugel mindestens dreimal eine Bande berührt haben, damit ein Punkt gezählt werden kann, dabei kann es auch immer dieselbe sein. Diese besondere Herausforderung ermöglicht, im Gegensatz zu anderen Carambolagevarianten, auch fortgeschrittenen Spielern nur wenige Punkte pro Aufnahme: Es kommt zu einem vergleichsweise schnellem Wechsel der Spieler. Aus diesem Grund ist die Spannung für den Zuschauer besonders groß, was auch das vergleichsweise große öffentliche Interesse an dieser Variante erklärt.

Die Dreiband-Weltmeisterschaft für Einzelspieler findet jährlich statt und wird 2008 im deutschen St. Wendel ausgetragen. Die Austragung der Dreiband-Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften findet seit 1990 jährlich in der Festhalle in Viersen statt.

Die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft Dreiband findet, neben den Landesmeisterschaften der einzelnen Landesverbände, über die German Grand Prix Turnierserie statt, die 6 Turniere pro Jahr in ganz Deutschland beinhaltet. Die Deutsche Meisterschaft findet anschließend im November in Bad Wildungen statt.

...Kegelbillard...

Kegelbillard ist der Oberbegriff für mehrere Disziplinen im Billard, bei dem auf dem Tisch aufgestellte Kegel umgeworfen werden müssen. Innerhalb der DBU ist Kegelbillard dem Karambolage-Billard untergeordnet.

5-Kegel-Billard

5-Kegel-Billard wird auf dem Matchbillard gespielt. Es werden zusätzlich 5 kleine Kegel (Material: Plastik, Höhe 25mm, 4x weiß, 1x rot, sehr ähnlich den Figuren beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht) in der Mitte des Billards platziert wie auf der Abbildung zu sehen - der rote Kegel kommt dabei in die Mitte.

Gespielt wird entweder auf das Erreichen einer festgelegten Punktzahl oder heute häufiger im Satzsystem, bei dem der Gewinn einer festgelegten Anzahl Sätze vorgegeben ist, in denen wiederum eine definierte Punktzahl zu erreichen ist. Auf internationalen Turnieren werden Sätze bis 50 Punkte gespielt - Ausspielziel 3 Gewinnsätze ("Best of Five").

Jeder Spieler hat einen festgelegten Spielball (weiß oder gelb) mit dem er zuerst den Ball des Gegners treffen muss um einen regelkonformen Stoß auszuführen.

Punkte können dann erzielt werden durch Karambolagen und/oder Kegelwurf:

Karambolagen:
der Spielball trifft nach Kontakt mit dem generischen Ball die Rote (4 Punkte)
der Spielball trifft den Ball des Gegners und treibt diesen auf die Rote (3 Punkte)

Kegelwurf (der Ball des Gegners und/oder die Rote laufen in die Kegel) - hierbei zählen
die weißen Kegel je 2 Punkte
der rote Kegel 4 Punkte
fällt der rote Kegel alleine, werden 8 Punkte erzielt

Beispiel: Spieler 1 trifft mit seinem weißen Ball den gelben Ball, dieser trifft den roten Ball und dieser läuft in die Kegel und trifft 3 weiße und einen roten Kegel -> 3 Punkte für die indirekte Karambolage + 10 Kegelpunkte (3x2 + 1x4) = 13 Punkte.

Ein Spieler kann auch Foulpunkte erzielen (die dem Gegner als Pluspunkte gut geschrieben werden), wenn er
den Ball des Gegners nicht zuerst trifft (2 Foulpunkte) sowie 2 weitere Foulpunkte, wenn der rote Ball getroffen wird, sowie alle evtl. "erkegelten" Punkte als Foulpunkte (Beispiel: Spieler 1 trifft mit Weiß zuerst Rot, dann Gelb und Geld trifft 2 weiße Kegel -> 8 Foulpunkte (Gelb nicht getroffen (2), Rot getroffen (2), 2 Kegel umgeworfen (4))
einen korrekten Stoß ausgeführt hat, aber der Spielball Kegel umwirft (Beispiel: Spieler 1 trifft mit seinem weißen Ball den gelben Ball, dieser trifft den roten Ball und dieser läuft in die Kegel und trifft 3 weiße Kegel. Der Spielball wirft dann noch den roten Kegel um -> 13 Foulpunkte (wie oben, aber da der Spielball beteiligt war, wird alles als Foul gewertet).
andere Regelverstöße begeht (z.b. ein Ball fällt während des Stoßes vom Tisch)....

Macht der Spieler einen nicht regelkonformen Stoß, hat der Gegner anschließend "Ball in Hand" und darf seinen Spielball beliebig in der dem Ball des Gegners gegenüberliegenden Hälfte platzieren.

Die wesentliche Besonderheit des 5-Kegel-Billards ist der Stoßwechsel - es wird immer abwechselnd gestoßen unabhängig vom Ergebnis. Diese Besonderheit stellt die große taktische Herausforderung dieses Spiels dar, da der Spieler mit jedem Stoß überlegen muss, ob er offensiv spielt und viele Punkte erzielen möchte, oder eher defensiv spielt und wenige oder gar keine Punkte macht, um seinem Gegner ein schwieriges Bild zu hinterlassen und diesen zu Fouls zu zwingen. Hierzu versucht man, Weiß und Gelb so auf dem Tisch zu hinterlassen, dass das Kegelbild dazwischen liegt - optimalerweise also in sich diagonal gegenüberliegenden Ecken.

5-Kegel-Billard ist eine technisch anspruchsvolle Disziplin, die neben guter Technik auch ein gutes Verständnis für den Lauf der Bälle und die Reaktion der Banden erfordert. Weiterhin ist ein gutes Tempo- und Vorbandspiel erforderlich.

Im 5-Kegel-Billard sind Italien und Argentinien die führenden Billard-Nationen gefolgt von Frankreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern. Insbesondere in Italien erfreut sich das "Cinque Birilli" besonderer Beliebtheit und wird auch in den Medien entsprechend angeboten.

Billard-Kegeln

Als Spieltisch wird ein kleinerer Billardtisch mit den Maßen 180 x 90 cm oder alternativ ein kleines Turnierbillard (210 x 105 cm) verwendet. In der Mitte des Tisches werden 5 große Kegel - (Material: Holz, Höhe 105 mm), aufgestellt. Das Spiel wird mit 3 Bällen gespielt (rot, weiß und gelb).

Im Gegensatz zu allen anderen Billard-Disziplinen ist beim Billard-Kegeln der Rote Ball der Stoßball - die anderen beiden Bälle werden als Treibbälle bezeichnet.

Ein regelkonformer Stoß ist ausgeführt, wenn ein Treibball getroffen wird und dieser anschließend eine Bande berührt, oder der Spielball mit Vorbande auf einen Treibball gespielt wird.

Bei der "Partie in die Vollen" hat jeder Spieler 50 oder 100 Stöße hintereinander und muss möglichst viele Punkte zu erreichen.

Beim "Zweikampf" darf ein Spieler solange weiterspielen, wie er Pluspunkte erzielt.

Punkte erreicht man durch das Umstoßen von Kegeln, sowie Karambolagen und/oder Passagen.

Karambolagen:
direkte Karambolage: Stoßball trifft beide Treibbälle (1 Punkt)
indirekte Karambolage: Stoßball trifft Treibball 1 und dieser trifft dann Treibball 2 (1 Punkt)

Kegelwurf (nur durch Treibälle, die Vorband getroffen wurden oder bereits eine Bande berührt haben):
jeder Kegel zählt 1 Punkt
wird nur der mittlere Kegel umgeworfen, zählt dieser 2 Punkte

Passage (nur durch Treibälle):
ein Treibball läuft durch das Kegelbild ohne Kegel zu werfen (1 Punkt) - dies kann mehrfach bei einem Stoß passieren und erzielt jeweils 1 Punkt)

Foulpunkte können wie folgt erzielt werden:
Spielball wirft einen Kegel um
Spielball trifft keine weitere Kugel
Spielball stößt den Treibball direkt in die Kegel
Kugel wird vom Tisch gestoßen
berühren der Kegel mit dem Queue oder einem Körperteil

Billard-Kegeln war in der früheren DDR weit verbreitet und wird auch heute noch hauptsächlich in Sachsen und Brandenburg gespielt.

...Russisches Billard...

Russisches Billard ist eine Billard-Variante, die in Russland populärer als jede andere Billardvariante, jedoch außerhalb Russlands kaum bekannt ist.

Russische BillardtischGespielt wird auf einem Tisch von der Größe eines Snooker-Tisches mit 15 Kugeln, die mit 68mm Durchmesser noch größer sind als Carambolage-Kugeln. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, sind die Taschen des Tisches so geschnitten, dass mit 78mm Breite auf beiden Seiten einer zu versenkenden Kugel nur 5mm Platz sind.Russische Billardtisch

Russisches Billard wird von den Regeln her ähnlich wie die Variante 14/1 im Poolbillard gespielt, im Unterschied zu den verschiedenen Poolvarianten existiert in diesem Spiel jedoch keine Trennung zwischen Spielball und Objektbällen: nur beim Anstoß hat der (rote) Spielball eine eigene Bedeutung, danach darf mit jeder der (ansonsten weißen) Bälle jeder andere Ball oder der Spielball versenkt werden.

Das Spiel wird üblicherweise beendet, wenn einer der Spieler 8 Punkte erreicht (d. h. 8 Bälle versenkt hat).
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